Es ist gar nicht so einfach, 2 Liter Wasser auf Ex zu trinken. Kambo-Zeremonien sind bevölkert von Menschen, die Ihrem Practitioner erzählen, dass Sie keinen Tropfen mehr runter bekommen. Vielleicht hilft dir dieser Text bei deiner eigenen Navigation rund um das prominente Thema.
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Practitioner, die ihr Handwerk bei der IAKP gelernt haben, arbeiten nach einem gewissen Regelwerk, das wir die „Water Guidelines“ nennen. Darin vermitteln wir eine sichere Strategie im Umgang mit Wasser. Diese Strategie ist nicht zwingend die einzige sichere, aber darum geht es auch nicht. Takeaway ist hier, dass IAKP Practitioner im sicheren Umgang mit Wasser geschult sind und du dir als Klient über dieses Thema keine Sorgen machen musst.
Denn was du vielleicht noch nicht weißt: Wasser kann in großen Mengen getrunken durchaus Schaden anrichten. Marathon-Läufern ist das Problem bekannt, wie du hier in einem Artikel der BARMER nachlesen kannst. Unfälle im Kambo-Umfeld hatten in der Vergangenheit ebenfalls mehrheitlich damit zu tun, dass zu viel Wasser im Spiel war.
Auf der anderen Seite erleichtert ein ordentliche Menge Wasser im System den Kambo-Prozess und sorgt dafür, dass möglichst viel Schadstoffe aus dem Körper ausgeleitet werden.
Im Fokus: Elektrolyte und Hyponatriemie
Elektrolyte sind essenzielle Mineralien, die in Körperflüssigkeiten gelöst, positiv oder negativ aufgeladen sind. Elektrolyte wie Natrium (Na), Kalzium (Ca), Kalium (K), Chlorid (Cl), Magnesium (Mg), Phosphat (P) und Bikarbonat sind bei zahlreichen Prozessen im Körper unverzichtbar.
Natrium kommt in der Natur überwiegend in Form von Natriumchlorid, dem Speisesalz vor. Es regelt den Flüssigkeitshaushalt außerhalb der Zellen, wie zum Beispiel Blutdruck und Blutfluss. Hyponatriemie ist demnach ein Zustand, bei dem der Körper entweder viel Natrium verloren hat oder ihm übermäßig Wasser zugeführt wurde.
In beiden Szenarien entsteht ein Überschuss an freiem Wasser, das in die Zellen eindringt und sie anschwellen lässt. Das Hauptproblem ist hier dein Kopf: Das größer werdende Gehirn drückt von innen gegen den Schädel. Da der Schädelknochen nicht nachgibt, steigt der Hirndruck an.
Das sind die wichtigsten Auslöser für einen Natriummangel im Körper:
1. Übermäßiges Schwitzen
Intensiver Sport, Saunabesuche oder starkes Schwitzen führen zu Elektrolytverlust über die Haut – besonders Natrium.
2. Entgiftungskuren mit Durchfall
Entschlackungs- oder Darmsanierungen spülen über den Darm große Mengen an Elektrolyten aus.
3. Fasten & Keto-Diät
Niedriger Insulinspiegel → Nieren scheiden mehr Salz, Kalium und Wasser aus.
Das erklärt zum Beispiel auch die „Keto-Grippe”
4. Salzarme Ernährung
Extrem salzreduzierte Diäten – manche glauben sogar, komplett salzfrei zu essen sei gesund. Fun Fact: Je gesünder man sich ernährt, desto weniger Salz nimmt man zu sich, weil unverarbeitete Nahrungsmittel kaum Salz enthalten
5. Medikamente, die den Wasserhaushalt beeinflussen
– Diuretika (besonders Thiazide)
– Bestimmte Antidepressiva
– Schmerzmittel
– Hormone
6. Techno-Partys + Ecstasy
MDMA → extremer Durst → übermäßiger Wasserkonsum ohne Natriumzufuhr = Hyponatriämie
Was kannst du als Kambo-Klient selbst tun, um dich zu schützen?
1. Achte darauf, dass du nicht zu viel Wasser im System hast
Nüchtern zur Zeremonie kommen heißt auch: trinke davor nur das absolut nötigste. Kambo-Wasser kommt erst unmittelbar vor Zeremoniebeginn zum Einsatz. Als Faustregel gilt: Du solltest nie mehr als 2 Liter auf einmal im Bauch haben. Sobald du Wasser von dir gibst – egal von welchem Ende – kannst du nachtrinken. Am Ende der Zeremonie darfst du mit dem Finger nachhelfen, falls du wie ich zu den Leuten zählst, bei denen der Eimer sich nicht von allein füllt.
2. Weniger Medizin ist häufig mehr
Am besten machst du in den drei Tagen vor oder nach der Kambo-Zeremonie gar nichts aus der Liste der Auslöser für einen Natriummangel im Körper. Falls du Medikamente nimmst, die den Wasserhaushalt beeinflussen, kannst du die natürlich nicht einfach absetzen. Aber du kannst proaktiv Elektrolyte nehmen, um den Mangel auszugleichen. Vorsicht auch bei „Kombi-Wochenenden“, bei denen mehr als eine Medizin auf dem Plan steht. Wenn dir eine salzfreie Diät zur Vorbereitung empfohlen wird, solltest du an diesem Wochenende die Kambo-Zeremonie auslassen. Komm doch einfach eine Woche vorher in die Kambo-Behandlung und nutze den Schwung für die Vorbereitung auf den Tee.
3. Sag deinem Practitioner Bescheid, wenn du dich nach der Zeremonie nicht gut fühlst
Das gilt insbesondere bei diesen Symptomen:
– Kopfschmerzen, die sich verschlimmern
– Übelkeit, die nach der Behandlung anhält
– Konzentrationsschwierigkeiten
– Müdigkeit und Schwächegefühl über die Erholungsphase hinaus
Ein guter Hack bei leichten Kopfschmerzen ist immer, schnell etwas salzhaltiges zu essen. Im Optimalfall bietet dir dein Practitioner nach der Zeremonie einen Snack in Form einer Suppe an.
Für den Fall der Fälle: Ein Arzt checkt dich in der Regel nicht auf Hyponatriemie. Wenn man sich wegen dieser Symptome in ärztliche Behandlung begibt, muss man den Arzt auf die richtige Spur bringen. Kambo selbst ist ungiftig. Du müsstest also auf den hohen Wasserkonsum hinweisen.
4. Ein Elektrolytpräparat im Schrank haben
Nach diesem Artikel weißt du jetzt auch, wann das Supplementieren von Elektrolyten Sinn machen. Solltest du also als guten Vorsatz fürs neue Jahr einen Marathon planen, schadet ein Elektrolyt-Fläschchen auf Vorrat sicher nicht. Wir haben bei unseren Trainings das 40.000 Volts-Konzentrat von Trace Minerals dabei. Es hat außer Elektrolyten keine Inhaltsstoffe und ist außerdem geschmacksneutral.
Vor der Kambo-Zeremonie 2 Liter Wasser zu trinken ist bekanntermaßen schon schwer genug. Wenn das Wasser zusätzlich einen süßlichen Ananas-Flavor hätte, wäre die Sache vermutlich aussichtslos.
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