Als Kambo-Practitioner brauchst du ein Dorf

Unser Zugang zu Kambo unterscheidet sich deutlich von den Erfahrungen der Regenwald-Stämme. Wir stolpern in fortgeschrittenem Alter über die Tatsache, dass Kambo existiert. Im Amazonas wachsen die Menschen damit auf.

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Sobald die Bewohner des Regenwaldes denken können, gehört Kambo zu ihrer Welt und zu den Gewohnheiten in Ihrem Dorf. Wenn wir Kambo respektvoll und sicher in unsere Kultur bringen wollen, dann brauchen wir genau das: einen Kreis. Ein Dorf. Ein Netzwerk, das uns hält, herausfordert und im Zweifel auch mal schützt. Denn wir haben viel Wissen aufzuholen, wenn es um diese uralte Kulturtechnik geht.

Mit dem Zertifikat in der Hand in die Welt hinaus

Die Urkunde, die du erhältst, wenn du das IAKP Basic Practitioner Training bestanden hast, sagt nicht: „Du weißt jetzt, wie der Hase läuft“. Sie sagt: „Du hast dich in den ersten zwei Wochen auf einem langen Weg gut geschlagen und ahnst jetzt, wie viel Arbeit noch vor dir liegt“. Der Moment, in dem du sie überreicht bekommst, markiert also einen Anfang und kein Ende. Der Unterschied zeigt sich spätestens beim ersten richtig schwierigen Fall: Wer dann keine Community hat, mit der er den Fall besprechen kann, der steht plötzlich ziemlich allein da. Und das fühlt sich nicht nur einsam an – es kann auch gefährlich werden.

Wir teilen uns eine Geschichte

IAKP-Trainings folgen immer demselben Lehrplan. Du kannst also davon ausgehen, dass ich in der Vergangenheit an genau diesem Punkt gestanden bin, an dem du jetzt stehst, wenn eine Aufgabe im Training unmittelbar vor dir liegt. Die fünf Minuten vor meiner ersten Selbstbehandlung werde ich zum Beispiel nie vergessen. (Weil mein Basic Practitioner Training in einem englischen Herrenhaus stattfand, kann ich mir online sogar Fotos von dem Tisch ansehen, an dem ich in diesen fünf Minuten saß). Und natürlich sind unsere 3×3-Erfahrungen gern geteilte Anekdoten beim Fortgeschrittenen-Kurs und in jeder anderen Situation, bei der zwei IAKP-Practitioner sich zufällig treffen. Aber wir teilen uns noch viel mehr:

Was eine gute Kambo-Community ausmacht

Eine Community ist kein netter Kaffeeklatsch und auch kein Selbstbeweihräucherungs-Verein. Die IAKP ist auch bei Weitem nicht die einzige Organisation, die dich in ihr Dorf einlädt. Es gibt mittlerweile einige Kambo-Organisationen auf der Welt, bei denen die Grundausbildung die Eintrittskarte in eine Community ist. Welche Community du dir am Ende aussuchst, ist dir überlassen. Hauptsache du suchst dir eine aus und wirfst dein Geld nicht irgendwelchen Anbietern hinterher, die dich hinterher alleine im Regen stehen lassen.

Eine gute Community hat diese Merkmale:

  • Geteilte Ethik – alle wissen: Wir schützen die Medizin und die Menschen, die zu uns kommen, vor allem anderen  
  • Transparente Feedback-Kultur: Ja, auch die kritischen Fälle werden angeschaut. Ohne Schuldzuweisung, aber mit Ehrlichkeit  
  • Supervision & Intervision – die Möglichkeit für Fallbesprechungen, in denen niemand den Superhelden spielen muss  
  • Gemeinsame Verantwortung – Wenn jemand über die Stränge schlägt oder unsicher wird, sagt jemand anderes: „Hey, lass uns mal reden“

Aus- und Weiterbildungen bei der IAKP: Basic, Advanced und Master

Das Basic Kambo Practitioner Training bei der IAKP ist nur der Anfang. Wenn du willst, begleiten wir dich in den nächste Jahren bis zu einem Level, das wir Master Practitioner nennen. Beim Grundkurs lernst du die Basics, beim Advanced-Training sprechen wir über die Behandlungen von Krankheiten und die Zusammenarbeit mit Medizinern. Das Master-Programm ist kein Kurs, sondern ein 1:1-Austausch mit den erfahrensten Practitionern in der IAKP am Beispiel von Fallstudien. Du suchst dir Klienten, die über einen längeren Zeitrum mit Kambo arbeiten wollen, um gezielt gesundheitliche Fortschritte zu machen. Du stellst also Behandlungspläne auf und bekommst zu jedem Case Feedback und Tipps. Übrigens gibt es auch eine Lösung, wenn du den Grundkurs nicht auf Anhieb bestehst: das Mentoren-Programm. Mentoren sind in der Regel Mitglieder im Master-Programm. Sie übernehmen direkt nach dem Kurs, laden dich ein, bei Zeremonien zu assistieren und begleiten dich auf den letzten Metern, bis du in unserem Dorf zusammen mit den anderen am Lagerfeuer Platz nehmen kannst.

So baust du schon vor der Ausbildung an deinem Dorf

Wenn du also gerade überlegst, ob du die Ausbildung wirklich machen sollst: Wirf doch einfach jetzt schon deine Angel aus. Tritt vielleicht unseren Facebook-Gruppen „Kambo Tribe“ und „Kambo Berlin“ bei. Schick mir dazu einfach deine E-Mail-Adresse und ich teile die Beitrittslinks mit dir. Du kannst auch jeden IAKP-Kollegen in deiner Region anschreiben und fragen, ob du bei einer Gruppenzeremonie assistieren oder über die Schulter blicken darfst. Wir empfehlen jedem Teilnehmer vor dem Training zumindest einmal assistiert zu haben, damit du für dich bereits siehst, ob die Arbeit mit Kambo dir wirklich liegt.

Und wenn du in Berlin bist und gerade genau darüber nachdenkst – schreib mir gern. Vielleicht bist du ja schon Teil meines erweiterten Dorfes, ohne es zu wissen.

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